Das Jahr 2013 brachte die umfassendsten Änderungen für die Algorithmen der Google-Suchmaschine seit diese eingeführt wurde. Nicht wenige Beobachter nahmen Worte wie „Revolution“ in den Mund, um diese zu beschreiben. Einige Experten äußerten sogar ihre Überzeugung, dass SEO als Profession tot sei. Dies stimmt zwar nicht, allerdings haben sich die Anforderungen gewaltig verschoben. Mehr denn je gilt es, sich so gut und umfassend wie möglich vorzubereiten. Google dürfte im Jahr 2014 die jüngst eingeführten Neuerungen weiterentwickeln. Deren Tragweite wird sich erst dann vollständig zeigen.

Rückblick: Die Google-Neuerungen der vergangenen zwölf Monate

2013 war für Google das Jahr das Tiersprache. Der Konzern veröffentlichte und verfeinerte für die eigene Suchmaschine die Updates Penguin, Panda und Hummingbird (hier finden Sie alle Google Updates by Sistrix). Mit den Neuerungen sollte vor allem zwei Ziele erreicht werden: Zum einen möchte Google unterbinden, dass Seiten nur aufgrund von Keyword-Spamming in den Suchergebnissen ganz oben landen. Zum anderen sollte der stetig steigenden Zahl mobiler Nutzer endlich das richtige Gewicht eingeräumt werden. Während das erste Ziel bereits 2013 nahezu erreicht werden konnte, hat Google bezüglich der mobilen Nutzung noch Nachholbedarf. Das Hummingbird-Update war diesbezüglich erst die Spitze des Eisberges.

Content ist 2014 King – aber nur, wenn er richtig gemacht wird

Wer sich 2013 in der SEO-Szene bewegte, lernte ein neues Buzzwords der Szene kennen: „Content Marketing„. Google straft durch seine Neuerungen mit Keywords überfrachtete Texte ab. Stattdessen belohnt die Suchmaschine hochwertige Inhalte. Diese ermessen sich nicht nur an der Backlink-Struktur, die nach wie vor eine sehr wichtige Rolle spielt, sondern auch an ihrem tatsächlichen Mehrwert für die Nutzer. 2013 begann deshalb auch zugleich das Rätselraten, wie wohl ein entsprechender Artikel aussehen müsse, um von Google die höchste Anerkennung zu erhalten. Richtig beantwortet sind diese Frage noch nicht. Insbesondere die Länge der Texte bereitet Kopfzerbrechen. 2013 schien Google nämlich den Ansatz zu verfolgen, dass eine größere Länge auch zugleich auf mehr Inhalt schließen lasse. Zeitweise wurden deshalb Texte mit mehr als 2000 Worten verfasst.

Schon 2013 gab es allerdings die Wende. Neues Ziel wurde es, so viel wie möglich mit möglichst wenig Worten zu sagen. 2014 dürften hier weitere Präzisierungen folgen. Künftig dürften Artikel, die zwischen 550 und 1000 Worte besitzen, die optimale Länge haben. Weiterhin wird Google auch in Zukunft verlangen, dass regelmäßig neue Inhalte gepostet und die Social Media eingebunden werden. Jede Webseite muss deutliche Signale senden, dass sie noch am Leben ist.

Google Plus ist wichtiger denn je

Die Social Media spielen seit Jahren eine entscheidende Rolle für alle SEO-Maßnahmen. Bislang nahm Google selbst dabei keine Gewichtung vor. Je höher das Pagerank z.B. der sozialen Netzwerke war, desto positiver war die Einbindung für die eigene Webseite. Dies hat sich inzwischen geändert. Die Suchmaschine gewichtet Verknüpfungen mit dem eigenen Netzwerk Google Plus besonders hoch. Dort sollte man deshalb wenigstens einen Autoren-Account anlegen und regelmäßig schreiben. Die Autorenprofile werden schon jetzt mit Fachartikeln bei einer entsprechenden Suche in den Ergebnissen ganz oben angezeigt. Künftig wird dies auch mit Firmenprofilen der Fall sein. Diese erhalten wohl noch 2014 die Möglichkeit, ihre Logos einzubinden. Direkt positiv ist zudem auch jedes „+1“. Es ist bis heute nicht klar, wie diese diese Beifallsbekundungen exakt vorteilhaft auswirken. Sicher ist jedoch, dass sie es tun.

Mobiles SEO wird durchstarten

Immer mehr Menschen gehen mit ihrem Smartphone oder ihrem Tablet ins Internet. In einigen Jahren wird die Zahl mobiler Suchen deutlich höher als die der Anfragen sein, die über einen normalen Computer getätigt worden sind. Für Google bedeutet dies eine neue Herausforderung, denn die Suchmaschine sollte in den Ergebnissen differenzieren können. Wer mit einem Smartphone surft, möchte eine Seite, die für mobile Endgeräte optimiert wurde, aufrufen können. Außerdem nutzen die User ihre Smartphones und Tablets zunehmend dazu, um mittels ihrer Stimme eine Suchanfrage zu starten. Die semantische Suche tritt hier in den Hintergrund, auch wenn sie insgesamt natürlich wichtig bleibt. Hummingbird bedeutete die ersten Schritte in diese neuen Welt der mobilen Suche. Viele weitere werden folgen – ganz sicher schon 2014. Wer noch keine für Mobilgeräte optimierte Fassung seiner Webseite besitzt, hat für das kommende Jahr so eben Punkt 1 auf der Prioritätenliste bekommen.

Keywords sind noch nicht ganz tot

Einige Experten haben sich 2013 verwundert die Augen gerieben. Mit dem Abschied von den Keywords schien es so, als würde Google die Gans schlachten, die goldene Eier legt. Immerhin basieren alle Werbeprogramme, mit denen der Konzern Milliarden verdient, auf den Schlüsselwörtern. Natürlich hat Google dies nicht getan. Die Pay-per-Click-Programme (PPC) funktionieren ebenso wie andere Werbungen nach wie vor über Keywords. Ganz aus den Augen sollte man die wichtigsten Begriffe deshalb nicht verlieren, wenn man mittels dieser Angebote Traffic erzeugen möchte.

Es ist allerdings für 2014 und die folgenden Jahre sehr wahrscheinlich, dass Google auch hier Änderungen durchführen wird. Konkret bedeutet dies, dass der Konzern statt der alten Programme oder als Ergänzung neue kostenpflichtige Premium-Produkte veröffentlichen wird, die dafür sorgen, unter den neuen Bedingungen ganz oben zu ranken.

Gast-Autoren helfen auch in Zukunft

Im Jahr 2013 hat sich das sogenannte Gast-Blogging als bewährte SEO-Technik durchgesetzt, um schnell hochwertigen Content zu erzeugen. Die Taktik ging umso besser auf, wenn es gelang, einen Autoren mit einem hochwertigen Google Plus-Profil von der Mitarbeit zu überzeugen. An der Wirksamkeit dieser Strategie wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Allerdings muss die Qualitätskontrolle noch sehr viel strenger als in der Vergangenheit werden. Soll das Gast-Blogging helfen, darf es nicht nur Mittel zum SEO-Zweck sein, sondern muss echte Mehrwerte bieten. Die Auswahl der Autoren spielt deshalb 2014 eine sehr viel größere Rolle als noch 2013. Wer einen weniger seriösen Weg geht, dürfte seine Strafe schon mit dem nächsten Penguin-Update erhalten – und bitterlich bereuen.

Fazit: SEO wird 2014 teurer – aber auch lohnenswerter

Es ist leicht zu erahnen, welchen Kurs Google im Jahr 2014 verfolgen wird. Die Suchmaschine hat die Weichen zu deutlich sichtbar im Jahr 2013 gestellt. Allerdings gibt es dabei eine schlechte Nachricht: Wirksames SEO wird teurer in der Vergangenheit und verlangt sehr viel mehr Aufwand. Künftig wird es beispielsweise kaum einen Onlineshop geben, der nicht einen eigenen Blog führt. Allerdings gibt es dabei auch eine gute Nachricht: Wer die Kosten und Mühen auf sich nimmt, wird sehr viel mehr als in der Vergangenheit belohnt werden. Bisher haben die Nutzer kaum bemerkt, dass die Suchergebnisse sehr viel hochwertiger als noch vor zwölf Monaten sind. Diese Erkenntnis wird sich aber in Zukunft durchsetzen. In der Folge wird der, der es ganz nach oben schafft, eine große Anerkennung durch einen stetig wachsenden Traffic erfahren. SEO-Qualität wird sich deshalb auszahlen.