Die klassischen Werbeanzeigen auf der rechten Seite der Google-Suchergebnisse werden uns wohl in absehbarer Zeit verlassen: Google wird diese Anzeigen komplett entfernen und stattdessen nur noch auf Werbung ober- und unterhalb der Suchergebnisse setzen.

Eine Erweiterung der bisherigen drei Anzeigen oberhalb der Suchergebnisse (auf vier Exemplare) stellt der Suchmaschinenkonzern nur für ausdrücklich gewerblich orientierte Suchanfragen in Aussicht – aber eine Ausnahme für die „Bandenwerbung“ wird auch weiterhin bestehen. Entscheidung nach Reifezeit Dass die Google-Werbung entfällt, war keine abrupte Bauchentscheidung: Bereits seit 2010 tüfteln die Entwickler bei Google an dieser Variante der Werbung, die vor allem zwei Geräteklassen bevorzugen und gleichzeitig die Unterschiede zwischen allen Geräten reduzieren wird: Smartphones haben viel Platz in der Höhe, aber sehr wenig Platz in der Breite. Werbeanzeigen an den Seiten würden also ohnehin überlesen werden.

Ober- und unterhalb der Suchergebnisse hat der Anwender jedoch gar keine andere Wahl, als seine Augen darauf zu richten. Auf Tablets, die im Hochkant-Format gehalten werden – wie es bei der Betrachtung von Webseiten nicht unüblich ist – treffen dieselben Vor- und Nachteile zu.Und selbst am guten, alten Desktop-PC hat diese Entscheidung Auswirkungen: Durch zweigeteilte Bildschirme – mit einem Browser auf der linken und einem beliebigen anderen Programm auf der rechten Seite -, die bei Windows 10 und Apples MacOS X schon längst Standard sind, ähneln sie Smartphone-Displays ebenfalls. Ausnahmen? Nur in wenigen Fällen Weltweit wird der Rollout dieser Änderungen innerhalb der nächsten Zeit stattfinden.

Für den Nutzer gibt es dafür kein Opt-out-Verfahren oder ähnliche Optionen, die Änderung ist nicht rückgängig zu machen. Ausnahmen soll es aber geben, vor allem sind diese auf PLA-Bereiche (Product Listing Ad) zugeschnitten. Gemeint sind explizite Suchanfragen nach bestimmten Produkten, die also weiterhin auch auf der rechten Seite beworben werden dürfen. Weiterhin wird das Knowledge-Panel auch in Zukunft dazu imstande sein, Werbung auch auf der rechten Seite einzubinden. Um gleich vier Werbetreibende oberhalb der Suchergebnisse zu zeigen, müssen hingegen besondere Umstände vorliegen. Google spricht von „besonders kommerziell orientierten Anfragen“, also vielleicht der Suche nach einer Autoversicherung oder auch einem Hotel in einer beliebigen Großstadt. Und jetzt?

Wie sich diese Änderungen auswirken werden, bleibt natürlich abzuwarten. Da es bislang noch nicht zu einem breitgefächerten Rollout gekommen ist und ohnehin zu wenig Zeit vergangen ist, kann über die Auswirkungen auf Online-Marketing im Allgemeinen nur spekuliert werden. Sicher ist aber: Die mobile Suche und die Desktop-Suche werden durch den Wegfall der seitlichen Werbung homogenisiert und ein auch für den Laien sofort sichtbarer Bruch wird nicht mehr stattfinden.