Google+ Communities

Nachdem Google+ mit einem großen Knall gestartet war, wurde es in letzter Zeit ein wenig still um das soziale Netzwerk, das angetreten war, Facebook Konkurrenz zu machen. Die Nutzer sind zwar eigentlich vorhanden, aber nicht annähernd so aktiv wie beim großen Platzhirsch des Social Web. Doch Google+ startet nun einen erneuten Angriff und versucht mit sogenannten Communities seine Nutzer stärker an sich zu binden. Ob das gelingt, wird die Zukunft zeigen müssen, aber die Voraussetzungen sind geschaffen.

Was sind Google+ Communities?

Ganz neu ist die Idee hinter den Communities freilich nicht, sie sind im Grunde vergleichbar mit den Gruppen bei Facebook. Sie sind dabei eigentlich ein so zentraler Bestandteil der sozialen Netzwerke, dass es im Grunde schon fast eine bewusste Entscheidung gewesen sein muss, dieses Feature nicht anzubieten. Es ist gut möglich, dass man dachte, die Nutzer würden sich auch ohne Gruppen finden, um über bestimmte Themen zu diskutieren. Allerdings gibt es eben auch immer Menschen, bei denen es lohnenswert wäre, mit ihnen über bestimmte Themen zu diskutieren, während man ihnen bei anderen am besten keine Beachtung schenkt. Nur weil jemand beispielsweise Ahnung von WordPress hat, wird man ihn nicht in sein Netzwerk aufnehmen, wenn man sich ansonsten wenig zu sagen hat.

Die Communities sollen diesen Umstand nun ändern und Menschen zusammenbringen, die sich über ein ganz bestimmtes Thema austauschen wollen. Der Fantasie sind dabei so gut wie keine Grenzen gesetzt, technische Themen sind genauso denkbar wie politische oder Katzenbilder. Für zusätzliche Übersichtlichkeit und Vielfalt sorgt außerdem die Möglichkeit, in einer Gruppe auch verschiedene Unterthemen getrennt voneinander zu diskutieren. Auf diesem Weg lassen sich also Themen aufspalten, eine Community zum Thema Fußball könnte also beispielsweise die Diskussion zu Spielergebnissen von Spekulationen über mögliche Wechsel trennen. Jeder Nutzer kann eine solche Community gründen und ist danach zunächst selbst dafür verantwortlich, sie zu moderieren und somit für Ordnung zu sorgen. Er kann aber auch andere Nutzer zum Moderator ernennen und einen Teil der Verantwortung abgeben.

Wie findet man Nutzer für seine Google+ Communities?

Man kann sich bei der Eröffnung einer Gruppe entscheiden, wer sie sehen darf und wie ein Nutzer beitreten kann. Entscheidet man sich für die öffentliche Variante, kann jeder Nutzer die Gruppe sehen und ihr sofort beitreten. Es ist auch möglich, sie sichtbar zu machen, das Beitreten aber nur nach einer Anfrage zuzulassen. Es ist auch möglich, die Gruppe selbst über die Suche auffindbar zu halten, aber Beiträge erst nach Freischaltung einsehbar zu machen. Außerdem kann man eine Community auch komplett privat gestalten, sie ist dann über die Suche nicht auffindbar. Gerade bei der privaten Ausführung ist es also notwendig, neue Nutzer persönlich einzuladen, ihr beizutreten, sonst würde ja niemand von ihrer Existenz erfahren. Das ist aber auch bei allen anderen Varianten möglich und kann ein Grundstein für eine Gemeinschaft sein. Wer bei Google+ stark vernetzt ist, sollte sich also vielleicht jetzt überlegen, ob er die Benachrichtigungen nicht lieber deaktivieren möchte, bevor er eine Flut an E-Mails erhält.

Warum führt Google+ die Communities ein?

Das größte Problem, das Google+ momentan hat, ist, dass die Nutzer die Plattform nur bedingt wirklich nutzen. Bis zu einem gewissen Punkt muss man das wohl auch einfach in Kauf nehmen, wenn man einen Dienst so startet, wie Google+ das getan hat. Der große Hype, der damals kreirt wurde, hat einfach dazu geführt, dass jeder Mensch dabei sein wollte, was den Nutzerzahlen einen enormen Auftrieb gegeben hat. Allerdings waren auch viele dabei, die das nur wollten, um dabei zu sein, nicht, um das Netzwerk wirklich zu nutzen.

Das hat dazu geführt, dass Google+ heute eine stattliche Anzahl an Nutzern hat, mit denen es Facebook durchaus Konkurrenz machen könnte. Allerdings sind nur die wenigsten dieser Nutzer auch wirklich dort aktiv. Und selbst die aktiven Nutzer verbringen durchschnittlich vergleichsweise wenig Zeit dort. Um das zu ändern, könnten die Communities ein gutes Mittel sein, denn schließlich bieten sie eine Möglichkeit für den Nutzer, sich dort die Informationen und Gespräche zusammenzustellen, die ihn wirklich interessieren. Außerdem hat die Neuerung natürlich auch für einiges Rauschen im Blätterwald gesorgt und auch das Internet hat das soziale Netzwerk wieder als Thema entdeckt. Diese Publicity kann also zusätzlich neue Nutzer in das Netzwerk spülen und bereits vorhandene daran erinnern, dass sie ja dort ein Profil haben, bei dem es sich jetzt lohnen könnte, mal wieder vorbeizuschauen.

Ein Blick in die Zukunft der Google+ Communities

So kurz nach ihrer Einführung ist es natürlich schwer, zu sagen, welche Auswirkung die Communities auf die Zukunft von Google+ haben werden. Das Internet ist schließlich für seine Schnelllebigkeit bekannt und gerade soziale Netzwerke sind in der Vergangenheit recht schnell von der Bildfläche verschwunden. Google+ verfügt aber über die Nutzerzahlen, um sich dauerhaft als ernst zu nehmender Konkurrent für Facebook zu etablieren, oder wenigstens eine echte Alternative zu sein. Durch die Communities könnte es dem Netzwerk gelingen, seine Nutzer stärker zu binden und sie aktiver werden zu lassen. Wenn es also eine echte Konkurrenz für Facebook geben sollte, kann das im Moment eigentlich nur Google+ sein.