Twitter leitet sich aus dem englischen her und bedeutet Gezwitscher. Twitter ist eine Online-Kommunikationsplattform oder auch ein soziales Netzwerk mit weltweit mehr als 600 Millionen Nutzern. Diese Plattform wird von jedem, egal ob Privatperson, Unternehmen, Organisationen oder Massenmedien genutzt, um Kurznachrichten im Internet zu verbreiten. Diese sind ähnlich wie SMS begrenzt und haben ein Volumen von 140 Zeichen.
Gegründet wurde Twitter im März des Jahres 2006 durch Jack Dorsey. Schnell gewann es an Popularität.

Einfluss von Twitter auf den US-Wahlkampf

Im Frühjahr 2012 wurde bekannt, dass es demnächst auch eine deutsche Niederlassung des Unternehmens mit Sitz in Berlin geben soll. Diese Niederlassung soll von Rowan Barnett geleitet werden. Barnett war zuvor bei bild.de als Leiter der Social-Media-Abteilung eingesetzt. Der Wert des Unternehmens wir mittlerweile auf etwa acht Milliarden Dollar geschätzt.

Auch in der Politik erfreut sich Twitter großer Beliebtheit. Während des US-Wahlkampfes zur Präsidentenwahl werden alle News und Informationen zu den beiden Kandidaten Obama und Romney unverzüglich über Twitter weitergeleitet, so dass über diese Plattform rege Diskussionen entfacht und auch Parodien der Internetgemeinde zugänglich gemacht werden. Dieser Trend entwickelte sich in kurzer Zeit, denn bei der letzten Wahl vor vier Jahren sah das noch anders aus.

Dies wird durch einen Vergleich der Zahlen deutlich. Bei den Rededuellen vor vier Jahren waren gerade einmal 500.000 Tweets gezählt worden. Heute ist diese Zahl nach drei von vier Debatten bereits bei über 20 Millionen angesiedelt.

Direkter Austausch mit Wählern

Twitter bietet eine öffentliche Kommunikation an. Jeder kann sich ein Nutzerkonto anlegen und Kurznachrichten verschicken. Das Twittern beginnt. Wenn man sich für Nachrichten bestimmter anderer Nutzer interessiert, so können diese abonniert werden. Man wird dann ein Follower des anderen Nutzers. Beide Kandidaten sind bei Twitter registriert und haben ihre Fangemeinde. Hier liegt Präsident Obama mit 18 Millionen Followern deutlich vor seinem Herausforderer Romney, der etwa 1,5 Millionen Anhänger hat.

Twitter wird immer beliebter und wird schon als moderner Straßenwahlkampf gesehen, wo man auch direkt mit den Menschen vor Ort kommunizierte. Gerade diese Möglichkeit, mit einem Wähler direkt zu sprechen, öffnet große Chancen bei einer Wahl. Denn man kann mit allen kommunizieren, was bei 300 Millionen Einwohnern nicht gerade einfach ist.
Des Weiteren bietet Twitter die Möglichkeit, noch während der Debatte im Fernsehen mit anderen in Echtzeit über diese zu diskutieren.

Aktualität der Nachrichten

Dank Twitter ist der Zyklus, in dem Nachrichten aktualisiert werden, geschrumpft. Gerade im Wahlkampf ist das ein enormer Vorteil, da in Echtzeit reagiert werden kann. Dies belegt der sogenannte “Spin Room”. Nach jeder Redeschlacht versuchen die Gegner hier den Ausgang dieser zu ihren Gunsten zu drehen. Früher dauerte dieser Vorgang Tage, doch heute lediglich nur noch ein paar Minuten bis ein paar Stunden. Das heißt, dass die Wahlkampfteams gezwungen sind, noch schneller auf die Provokationen des gegnerischen Lagers zu reagieren.

Als Beispiel sei hier die Rede von Clint Eastwood auf dem Parteitag der Republikaner zu nennen. Eastwood unterhielt sich dort mit einem leeren Stuhl und agierte so, als säße Obama auf diesem Stuhl. Die Reaktion des Lagers Obama folgte schon, da hatte Romney seine direkt im Anschluss an Eastwood gehaltene Rede noch nicht beendet. Und die Reaktion griff die Rede Eastwoods auf: Es wurde ein Foto mit einem leeren Stuhl geschickt mit dem Wortlaut: „Dieser Stuhl ist besetzt.“

Aussichten für Deutschland und die Bundestagswahl

Ähnlich wie in den USA wird Twitter auch in Deutschland bei den Politikern immer populärer. Beim “ersten Duell” zwischen Steinbrück und Merkel wurden Tweets bzw. Kommentare mehrerer Abgeordneter ins Netz gestellt. Diese Kommentare ähnelten den bissigen Kommentaren aus dem US-Wahlkampf. Im Gegensatz zu den USA sind die Nutzerzahlen in Deutschland jedoch noch relativ gering. Hier stehen 15 % in den USA 4 % in Deutschland gegenüber.

Es ist jedoch zu beachten, dass in der Vergangenheit gerade bei Großereignissen der Bekanntheitsgrad von Twitter immer gestiegen ist. So kann man also davon ausgehen, dass sich dieser Trend auch zur Bundestagswahl in Deutschland beobachten lassen kann.

Das einzige was Twitter hierfür machen muss, ist mehr Politiker von sich zu überzeugen. Gerade für die Spitzenkandidaten gilt das. Während Merkel ihren Sprecher Tweets verschicken lässt, so ist ihr Herausforderer Steinbrück bisher noch nicht einmal bei Twitter registriert.

Allerdings ist man bei Twitter selbst sehr positiv diesem Thema gegenüber eingestellt. Man geht davon aus, dass die Zeit kommen wird und sich die Verhältnisse wie in den USA früher oder später auch in Deutschland wieder finden werden.