Wie war es?

Nun, Chiang Mai ist wie ich schon geschrieben habe, Berlin, nur in Thai-Style, so zumindest empfand ich es. Du hast überall einen Coffee-Shop und als Kaffeeliebhaber bekommst den überall. Was ich in dieser Woche am Schwierigsten empfand war das Essen. Du bekommst Burger, Pizza, Mexican, Sushi etc. Ich bin aber der Typ, der alles probieren muss, was soviel bedeutet: ich bin in Thailand, also will ich auch Thai essen.

Tripadvisor Tips und die Einladungen zum gemeinsamen Essen von Leuten aus dem CoWorking waren meist auf das Essen beschränkt, das ich schon kenne, also das, was ich auch zuhause bekomme. Jeder, der mich nun aber bereits kennt, weiß, dass ich gern alles probiere, was ich nicht kenne. Chips Salt & Vinegar. MEGA. Also für mich bedeutet in einem fremden Land zu sein, auch, die Gerichte aus diesem Land zu probieren. Also war der Anfang gerade in Bezug auf das Essen eher unbefriedigend.

Arbeiten im Punspace war super. Du hast hier einen kleinen Außenbereich, wo du dich auch einfach mal so hinsetzten kannst, und nur ein paar Meter weiter kannst du dir in einem CoffeeShop einen geilen Kaffee holen. Alles super. Arbeiten war hier extrem fokussiert. Du hattest kaum jemanden, der gesprochen hat und jeder hatte seinen Kopfhörer auf oder in den Ohren. Diese Haltung ist für mich normal, da ich selber so arbeite. Geile Mugge rein und ab geht die Post. Vom Publikum her waren es aber meist nur Leute, die ihre eigene Website betreiben oder ihr eigenes Business. Also passives Einkommen, Affiliate, Dropshipping. Der Japaner neben mir, Yūki (wenn ich das so richtig geschrieben habe), war der einzige, der auch für andere Leute arbeitet, also für Agenturen oder Kunden. Yūki ist im Bereich Entwicklung tätig und arbeitet im Übrigen nur für eine IT-Firma in Japan. Bei den Gesprächen am Abend oder outside gehen die meisten auf Monetarisierung ein, also wie viel Traffic auf der Website, Clicks … Wie viele Views bei ihren YouTube-Videos usw. Spannendes Thema, wie ich finde, aber nicht ganz meins. Für mich hat das Ganze so diesen Charakter.

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Ja das ist nicht meins. Weil, dann kann ich ja auch warme Luft in Tüten verkaufen. Oder?

Aber egal. Folgende Storys hatten sich in Chiang Mai abgespielt:

Story: Abendessen

Wie ja bereits erwähnt, war es für mich am Anfang extrem schwierig, Thai-Food zu finden. In Bangkok dagegen wars extrem easy. Ich glaube, es war ein Mittwoch, ich bin erst um 20 Uhr aus dem CoWorking Space raus und in Thailand ist es aktuell um 19 Uhr einfach dunkel. Also wirklich dunkel. Also, ich nun alleine aus dem CoWorking Space raus, über die Hauptstraße drüber und immer dahin, wo auch mehrere Leute rumlaufen und noch Licht brennt. Bissle creepy ist das schon, kann ich euch sagen, wenn da in so einem Blechdachhaus alles stockduster ist und auf einmal die Tür aufgeht und so ein Thai rauskommt und dich anschaut. Aber unzählige Horrorfilme haben mich ja schon abgestumpft, also eeeeaaaasssyyy. Auf meine Begrüßung “Hallo” schaut mich dieser natürlich nur noch verwunderter an. Direktes Memo an mein Gedächtnis. “Dennis wir sind in Thailand!” Remember. Nachtzug Chiang Mai?, crazy people in Bangkok, 12 Std Flug? … ja so langsam dämmerte es wieder. Meinen ersten Eindruck also schon beim Thai verspielt, musste ich gleich noch einen drauf setzten: Excuse me? Can you say me a good spot for dinner tonight? Durch seine Fragezeichen über dem Kopf und in seinen Augen konnte ich logisch ableiten: der hat null verstanden. Also nächste Möglichkeit: “I search for something to eat”. Nach diesem Satz, gepaart mit dem Steinzeit-Move (mein Finger geht auf meine Brust für das “I”; dann das klassische Brillen-Symbol, beide Hände zu einem O formen und an die Augen halten, war das “Search”; und für das “eat” die klassische Gabel-zum-Mund-führen-Methode), sah ich auch den Schatten seiner Ratlosigkeit entweichen. Er babbelte dann auch irgendwas, was ich natürlich nicht verstand, aber durch mein “Ich versteh kein einziges Wort”-Nicken schickte er mich direkt in eine Richtung, wo ich dann auch mein Spicy-Thai-Food bekam. Die Kommunikation mit den Händen war hier auch wieder der richtige Weg zum Essen 🙂

Und Thai-Schärfe bekommst du auch nur auf direkte Bitte. Sonst bekommst du als Weißbrot nur die Softvariante, die dir aber auch schon die Schweißperlen auf die Stirn zaubert. Was gibt es zur Thai-Schärfe zu sagen? Du spürst deine Lippen nicht mehr. Deine Zunge hat das Gefühl, als ob alle deine Geschmacksknospen direkt von heißer Lava kontaminiert wurden und deine Stirn wird zum Wasserspender. Aber als Mr. Obercool lasse ich mir natürlich nichts anmerken und auf die Frage “everything fine?” antworte ich nur mit einem dümmlichen Nicken.

Und definitiv brennt Schärfe doppelt nach ….

2.Story: Chiang Mai Nightmarket

Einen Tag später habe ich mich von einem Tuc Tuc zum Chiang Mai Nightmarket fahren lassen. Und wer noch nicht selber in Thailand auf der Straße war, der merkt spätestens jetzt, dass Begrenzungslinien oder Zebrastreifen alle soviel interessieren, wie wenn in China ein Sack Reis umfällt. Eine einspurige Fahrbahn wird kurzerhand zur vierspurigen Autobahn und die Ampel zum Volksfest. Muss man einfach erlebt haben, geiler Scheiß, sag ich euch. Zum Nightmarket gibt es nicht viel zu erzählen, links und rechts an der Straße tummeln sich Stände, die mehr oder weniger nach ein paar gelaufenen Metern alle das Gleiche anbieten. In den Seitenstraßen sind dann die ganzen Essensstände und hier für mich ein absolut zum Totlachen geiles Bild. Am Kebap-Stand tummeln sich Deutsche. Ist ja nicht so, also ob wir überall in Deutschland alle paar hundert Meter eine Dönerbude haben. Versteht mich bitte nicht falsch, so ein Döner geht immer, auch bei mir. Aber wie bitte, kannst du, wenn du in Thailand bist, dir nen Döner reinballern? Und woher ich weiß, dass es Deutsche sind? 3 Familien, die alle deutsch reden? Ja, genau. Ich hab mich einfach nur schlapp gelacht.

Und hier noch eine 3. Story:

Kennt ihr die Durianfrucht, auch bekannt als Stinkefrucht?

Also im Hotel waren lauter Schilder, dass du Strafe zahlen musst, wenn die in deinem Zimmer gefunden wird. Bei einem lokalen Markt in Chiang Mai in der Nähe vom Hotel hatte ein Händler sowas. Also, nachdem ich mich mit Obst eingedeckt hatte, konnte ich der Versuchung einfach nicht widerstehen und kaufte auch so ein Päckchen. Auf dem Weg zurück ins Hotel nahm ich also meinen Spieß und öffnete wirklich nur ein Stück die Klarsichtfolie, um daran zu riechen. HÖLLE, hab Erbarmen. In kürzester Zeit hat meine Tüte so abartig gestunken, dass die Leute hinter mir schon die Straßenseite wechselten. True story. Also kurz die Überlegung: wegschmeißen? Na ja, ich musste sie ja noch probieren, weil nur sagen, dass die stinkt ist ja ziemlich… Na ja… Also mit dem Spieß nochmal rein in die Tüte, so ein Stück herausgepickt und dran gerochen. Den extrem heftigen Ekel und Würgereiz durch gezieltes Durch-den-Mund-Atmen unterdrückt, und ab damit in die Kaulucke. Einmal zugebissen und direkt wieder ausgespuckt. Der Geschmack, liebe Leute, war nicht das Problem, sondern einfach die Konsistenz, die irgendwie an Mus mit Haaren erinnert. Ich konnte es schlichtweg nicht runterschlucken. Später auf dem Zimmer noch meine Snacks aus der Tüte gefischt und ich schwör euch, das hat immer noch wie Sau gerochen.

Im Großen und Ganzen ist Chiang Mai schon relativ cool und vor allem billig. Aber nur eine Woche ist definitiv zu wenig. Manche von den Leuten, mit denen ich mich unterhalten habe, sind hier mindestens 3 Monate und machen sogar schon ein Jahr. Die Tempel sind, egal wo du hin gehst, immer voll mit Touris, also auch nicht wirklich meins. Aber landschaftlich, wenn du aus der Stadt rausfährst, super. Nächster Stop in Koh Lanta, also erstmal zum Airport und dann nach Krabi und von Krabi mit dem Minivan nach Koh Lanta.